Wie wird der Videotrailer für Ihre mobile App vom App Store moderiert?

Das Team hier bei Alconost hat einen Videotrailer über die App Periscope HD für iOS erstellt. Ursprünglich hatte der Kunde geplant, das Video auf der App-Seite im App Store zu veröffentlichen. Allerdings wurde das fertige Video von den Moderatoren abgelehnt. Wir fanden heraus, was mit dem Trailer nicht stimmte. Nach einer Reihe von Änderungen wurde die neue Version des Videos von den Moderatoren genehmigt. In diesem Artikel sehen Sie beide Versionen des Videotrailers und erfahren, an welchen Faktoren die App Store-Moderatoren sich gestört hatten. Ausgehend von unseren Erfahrungen haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, damit Sie nicht die gleichen Fehler machen wie wir.

Die Hintergrundgeschichte und Apples anfängliche Ablehnung

Zunächst ein paar Worte zur App: Periscope HD kann sowohl auf iPhones als auch iPads installiert werden. Mit Periscope Pro können Sie auf Ihrem Mac sehen, was von der Kamera Ihres Mobilgeräts aufgenommen wird.

Als wir das Drehbuch für das Video schrieben, standen wir vor einem Dilemma: Wir mussten mehr zeigen als nur die Benutzeroberfläche der mobilen App. Die besteht schließlich nur aus ein paar Schaltflächen. Am besten könnte man die Funktionsweise der App darstellen, indem man zeigt, wie Handlungen in Echtzeit auf dem Gerätebildschirm wiedergegeben werden.

Wir wussten aber, dass die Richtlinien des App Stores Folgendes vorschreiben: Es dürfen keine Fotos oder Videos veröffentlicht werden, auf denen Personen mit einem Gerät interagieren (dazu gehören auch Aufnahmen, die über die Schulter eines Benutzers aufgenommen wurden, oder solche, bei denen Finger auf den Bildschirm tippen). Die App darf nicht verlassen werden.

Obwohl man im App Store Videotrailer findet, in denen menschliche Benutzer zu sehen sind, wollten wir diese Regel dennoch so weit wie möglich einhalten und gleichzeitig die Funktionsweise der App angemessen darstellen. Anstelle von Realaufnahmen entschieden wir uns für animierte Grafiken. Wir entwarfen eine gewöhnliche Umgebung und ein paar niedliche Figuren (Tiere) und fertigten Animationen an.

Das half allerdings nicht.

Hier die erste Version des Videos, die von den App Store-Moderatoren abgelehnt wurde:

Das Video wurde mit folgenden Anmerkungen abgelehnt:

Ihre App-Vorschau enthält Inhalte, die das Benutzererlebnis mit der App nicht vollständig widerspiegeln. Insbesondere:

  • enthält die Vorschau Abbildungen von Geräten und/oder Geräterahmen,
  • enthält die Vorschau Eigenwerbung,
  • weist die Vorschau einen Erzähler auf,
  • zeigt die Vorschau Aufnahmen, die nicht die Nutzung der App darstellen.

Glücklicherweise reagierte der Kunde angemessen auf die Situation und wir konnten als Team an den Änderungen des Videos arbeiten. Der Kunde war offen für die Idee, das Video zu kürzen, wenn dafür die aktualisierte Version von den Moderatoren genehmigt würde.

Arbeit an Fehlern

Wir gingen die vier kurzen und eher allgemeinen Kommentare zum Video folgendermaßen an:

1. Lösung für die Beschwerde: „Die Vorschau enthält Abbildungen von Geräten und/oder Geräterahmen.“

Um dieses Problem zu lösen, mussten wir es komplett vermeiden, das Gerät im Video zu zeigen. Es wurde beschlossen, die Szene 0:00-0:0:06 typografisch umzusetzen: Wir zeigten das Wort „iPhone“, das sich ins Wort „iPad“ verwandelt. Dann verwandelt sich das Wort „iPad“ in das Wort „Überwachungskamera“. So haben wir die Geräte in dieser Szene durch Buchstaben ersetzt. In der Szene 0:06-0:14 wurde das Gerät durch einen Rahmen ersetzt.

Szene aus dem Video, das von den Moderatoren abgelehnt wurde (links), und aus dem aktualisierten Video:

Szene aus dem Periscope HD-Video

2. Lösung für die Beschwerde: „Die Vorschau enthält Eigenwerbung.“

Über diese Beschwerde mussten wir eine Weile nachdenken. Ein Videotrailer ist doch schließlich meistens Eigenwerbung oder nicht? Was wäre sonst der Sinn? Dann dämmerte es uns: Vielleicht gefiel den Moderatoren die Erwähnung des Entwicklers nicht, die bei 0:06-0:10 in blassen Buchstaben zu sehen war?

Wir konnten es uns nicht anders erklären und der Kunde auch nicht.

3. Lösung für die Beschwerde: „Die Vorschau weist einen Erzähler auf.“

Wir verstanden nicht sofort, wen die Moderatoren mit „Erzähler“ meinten.

Die einzigen Figuren im Video, die als Erzähler angesehen werden konnten, waren die animierten Charaktere bei 0:16-0:24. Zu diesen hatten die Moderatoren allerdings eine separate Beschwerde im nächsten Punkt (dazu später mehr). Doch wir nahmen an, dass den Moderatoren auch die animierte Hand bei 0:09 nicht gefiel, die auf die Schaltfläche „Öffnen“ tippt. Also beschlossen wir, die Hand zu entfernen und stellten das Tippen auf die Schaltfläche stattdessen durch eine farbliche Hervorhebung dar.

Szene aus dem Periscope HD-Video

4. Lösung für die Beschwerde: „Die Vorschau zeigt Aufnahmen, die nicht die Nutzung der App darstellen.“

Die Regel „Es dürfen keine Personen gezeigt werden, die mit der App interagieren“ ist sinnvoll, wenn es um Spiele geht. Doch bei Apps, die wie Periscope HD funktionieren, dürfte diese Regel eigentlich nicht gelten.

Natürlich hätten wir einen leeren Raum, Wolken am Himmel oder einen leeren Bildschirm zeigen können, doch wir fanden, dass diese Bilder trotz ihrer Anmut nicht auf den eigentlichen Punkt kommen: Funktion und Sinn der App darzustellen.

Letztendlich beschlossen wir:

  • die Szene mit den Figuren bei 0:16-0:24 vollständig zu löschen.
  • den animierten Gerätebildschirm in der Szene 0:09-0:12 zu entfernen.
  • das Bild auf dem Bildschirm mit der Benutzeroberfläche der App zu ersetzen und in der Szene 0:13-0:14 nur die Schaltflächen unten zu zeigen.

Doch es blieb die Frage: Was sollten wir stattdessen gezeigt? Wie konnten wir die App selbst im Einsatz zeigen? Was sollte auf dem Bildschirm gezeigt werden, wenn, wie wir gelernt hatten, die Darstellung von Personen gemäß den Regeln nicht empfohlen wird und die Verwendung animierter Grafiken ebenfalls nicht gern gesehen wird?

Am Ende beschlossen wir, ein vorproduziertes Video mit einem Haustier zu nutzen, obwohl wir uns nicht sicher waren, ob diese Strategie funktionieren würde.

Die neue Version des Videotrailers

Mit allen Änderungen sah der Videotrailer so aus:

Zusätzlich zur Änderung der Animation und dem Hinzufügen von Material haben wir die Synchronisation gekürzt und die Hintergrundmusik bearbeitet. Nach den Änderungen war der Clip um fünf Sekunden kürzer.

Der Kunde nahm die neue Version des Videos ab und wir produzierten es in allen vom App Store erforderlichen Auflösungen. Mehr dazu finden Sie im technischen Leitfaden von iTunes im Abschnitt „Auflösungen für App-Vorschau“.

Natürlich haben wir auch jede Version nochmal geprüft, um sicherzustellen, dass in Bezug auf Dateigröße, Format, Bitrate und andere technische Parameter alles stimmte. Weitere Informationen dazu finden Sie im Leitfaden im Abschnitt zu den Spezifikationen für eine Vorschau.

Der Videotrailer wurde zur Moderation vorgelegt, als der Kunde ein neues Update der App einreichen wollte. Schließlich konnte Videotrailer nur mit dem Update zusammen hochgeladen werden. Wir warteten mehrere Tage gespannt. Dann erhielten wir vom Kunden die frohe Nachricht: „Wir feiern! Wir freuen uns so sehr. [Der Videotrailer für] Periscope HD wurde von den Moderatoren genehmigt. Vielen Dank für eure Hilfe!“

Schlussfolgerungen

  1. Für den App Store gibt es mindestens zwei Sätze von Regeln, die beim Erstellen eines Videotrailers beachtet werden müssen. Der erste Satz an Regeln bezieht sich auf technische Aspekte: Die Abschnitte zur Auflösung von App-Vorschauen und Spezifikationen für die Vorschau im iTunes Connect Leitfaden für Entwickler..

    Es ist sinnvoll, nicht nur die Größe, Länge, Bitrate und Dateierweiterung Ihres Trailers zu überprüfen, sondern das Video auch in allen vom App Store geforderten Auflösungen zu produzieren. Dazu gehört auch, zusätzlich zur Standardversion in 16:9, eine Version mit Seitenverhältnis 4:3.

    Der zweite Satz an Regeln regelt den Inhalt von Videoclips, einschließlich der kreativen Komponente: der Abschnitt App-Vorschau unter developer.apple.com. Dieses Dokument müssen Sie sorgfältig durchlesen und versuchen, es so genau wie möglich zu befolgen.

    Die kreativen Komponenten des Leitfadens sollten Sie sich genau anschauen, wenn Sie noch in der Anfangsphase der Erstellung eines Videotrailers sind oder noch vorher, wenn Sie am Entwurf für das Drehbuch arbeiten. Da das Video nicht länger sein darf als 30 Sekunden, sollte der Sprechertext nicht mehr als 75 Wörter lang sein. Andernfalls müsste der Sprecher gehetzt sprechen, es gäbe Probleme beim Synchronisieren von Ton und Bild und insgesamt würde das Video schludrig aussehen.

    Auch andere Anforderungen sollten berücksichtigt werden: Weder animierte noch echte Hände dürfen im Video gezeigt werden. Animationen, die keinen direkten Bezug zum Spielverlauf oder zur Funktionalität der App haben, sollten vermieden werden.

  2. Wir empfehlen Entwicklern, die Videos für den App Store erstellen möchten, sowohl die technischen als auch die kreativen Leitfäden in ihrem Browser zu den Lesezeichen hinzuzufügen und gerade die kreativen Richtlinien während der gesamten Videoerstellung zurate zu ziehen, um sicherzustellen, dass die Zwischenergebnisse nicht von den Empfehlungen abweichen.

    Sie sollten auch den technischen Leitfaden konsultieren, bevor Sie mit der Arbeit am Projekt beginnen. Wenn Sie schon vorher wissen, dass der Videotrailer nicht nur in 16:9, sondern auch in 4:3 angeliefert werden muss, werden Sie vielleicht erwägen, die App-Oberfläche in einem kleineren Fenster und nicht im Vollbild anzuzeigen. So bleiben die Kerninhalte unverändert, auch wenn Sie das Seitenverhältnis ändern, da sich lediglich der Hintergrund (die unterste Ebene) ändert.

  3. Wenn ein Videotrailer, den Sie selbst erstellt haben, von den Moderatoren abgelehnt wurde, sollten Sie die Liste der Beschwerden sorgfältig lesen und Ihr Video gründlich evaluieren, um festzustellen, ob es den Regeln entspricht. Es ist immer schwierig, die eigene Arbeit objektiv zu bewerten. Gegebenenfalls sollten Sie jemanden aus Ihrem Team hinzuziehen, der Ihr Video evaluiert. Oder Sie wenden sich an uns. Wir helfen Ihnen gern.

  4. Wenn die Moderatoren einen Videotrailer abgelehnt haben, den Sie bei einem Studio oder einem Freiberufler in Auftrag gegeben hatten, leiten Sie die Liste mit den Beschwerden der Moderatoren an die Person weiter, die den Trailer erstellt hat, und seien Sie darauf vorbereitet, dass ein paar der coolen visuellen Entscheidungen oder tollen Animationen geopfert werden müssen. Dafür können Sie die Originalversion des Videos auf anderen Websites veröffentlichen, beispielsweise auf der Website der App oder bei YouTube.

Wir hoffen, dass Sie aus unserer Erfahrung lernen können und nicht mit den Moderatoren in Konflikt geraten. Vielleicht können Sie so bewusster und wohlüberlegter an die Erstellung eines App-Videos herangehen. Und wenn Sie Hilfe brauchen, kontaktieren Sie uns! Wir wissen jetzt etwas mehr über den Prozess der Moderation beim App Store :)

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