Wie man einen Sprechertext für einen Videoclip schreibt: sieben Empfehlungen

Der Sprechertext ist ein genau so wichtiger Teil des Videoclips wie das Video selbst. Beim Erstellen von Auftragsvideos, ist die Sprachaufnahme der erste Schritt. Erst dann wird die Animation für die fertige Aufnahme erstellt. So können Lücken vermieden werden (wenn der Synchronsprecher nichts sagt, während auf dem Bildschirm noch etwas geschieht) und es wird sichergestellt, dass alles, was auf dem Bildschirm vor sich geht, inhaltlich mit dem Skripttext übereinstimmt.

In diesem Artikel möchten wir einige Tipps aus unserer Erfahrung mit dem Schreiben von Sprechertexten teilen.

1. Förmlichkeitsstufe bestimmen

Achten Sie auf eine einheitliche Ansprache im gesamten Clip.

Achten Sie besonders auf Ihre Wortwahl. Wenn es am Anfang des Clips heißt: „Bitte testen Sie unseren Dienst!“, sollten Sie denselben förmlichen Ton auch in der Mitte („Schauen Sie, wie es funktioniert“) und am Ende („Registrieren Sie sich noch heute“) beibehalten.

2. Geben Sie an, wie Vor- und Nachnamen sowie andere Wörter ausgesprochen werden sollen

Fremdwörter sollten auf Deutsch ausgeschrieben werden. So werden Unstimmigkeiten vermieden. Beispielsweise könnte der Name „Sebastian“ als „SebAstian“ oder als „SebastiAn“ ausgesprochen werden.

Geben Sie an, welche Vokale bei Vor- und Nachnamen betont werden sollen, ebenso bei Fachbegriffen.  Der Nachname „Iwanow“ beispielsweise kann entweder „IwAnow“ oder „IwanOw“ ausgesprochen werden.

Bei Namen, die aus Fremdsprachen entnommen wurden, ist anzugeben, ob sie in ihrer ursprünglichen oder in der deutschen Variante ausgesprochen werden sollen. Der Name der Suchmaschine könnte beispielsweise „Yandex“ (russische Aussprache) oder „Yendex“ (englische Aussprache) ausgesprochen werden. Stellen Sie wenn möglich dem Synchronsprecher den Link zu einem Video zur Verfügung, in dem das Wort genau auf die Art und Weise ausgesprochen wird, wie Sie es sich vorstellen. Oder verdeutlichen Sie in eigenen Worten und Anmerkungen, wie der Synchronsprecher bestimmte Wörter aussprechen soll. Zum Beispiel: „Das Substantiv wird ausgesprochen im wie Englischen, ähnlich wie ‚Yendex‘, mit Betonung auf der ersten Silbe.“

3. Zählen Sie die Wörter des Sprechertextes

Die Länge des Videoclips ist abhängig von der Länge des Sprechertextes. Wenden Sie die folgende einfache Formel an, um die ungefähre Länge des Videos zu berechnen: Beispielsweise spricht ein russischer Sprecher etwa 120 Wörter pro Minute (2 Wörter pro Sekunde). Ein englischer Sprecher spricht durchschnittlich 150 Wörter pro Minute (2,5 Wörter pro Sekunde).

Machen Sie die Länge des Sprechertextes davon abhängig, was genau in einer bestimmten Szene passiert. Besteht eine Szene zum Beispiel nur aus einem Bild, verliert der Zuschauer wahrscheinlich das Interesse, wenn es länger als 5-8 Sekunden steht. Besteht die Szene jedoch aus fünf verschiedenen Elementen, benötigt der Zuschauer mindestens 10 Sekunden, um alles auf dem Bildschirm zu lesen und aufzunehmen.

Dabei müssen die Wörter nicht manuell gezählt werden. Wählen Sie die Option „Tools“ – „Wörter zählen“ bei Google Docs, „Überprüfen“ – „Wörter zählen“ bei MS Word, „Extras“ – „Wörter zählen“ bei Open Office oder suchen Sie einfach bei Google nach Möglichkeiten, die Wortzahl eines Texts zu ermitteln.

4. Schreiben Sie Zahlen aus

Dies hilft Ihnen, sperrige Satzkonstruktionen zu vermeiden. Zum Vergleich:

  • Sie könnten schreiben: „Mit diesem Dienst können sie vom 143. Platz auf den 1. in der Rangordnung vorrücken.“ Diese Satzkonstruktion scheint in Ordnung zu sein, aber...
  • Der Synchronsprecher wird sagen: „ Mit diesem Dienst können sie vom einhundertunddreiundvierzigsten Platz auf den ersten in der Rangordnung vorrücken.“ und dabei die Zahlen im Dativ verwenden.
  • Der Zuschauer wird sich denken: „Meine Güte, was hat er gerade gesagt?”, nachdem er die schwierigen Zahlen im Dativ gehört hat.

Formulieren Sie den Satz besser so um: „Dieser Dienst kann Ihnen dabei helfen, von Platz einhundertunddreiundvierzig auf Platz eins in der Rangordnung vorzurücken.“

5. Schreiben Sie verständlich

Versuchen Sie Folgendes zu vermeiden:

  • gestelzte, ungelenke Konstruktionen: Sagen Sie statt „eine Bestellung aufgeben“ besser „bestellen“; statt „Hilfestellung geben“ lieber „helfen“; statt „führt seine Arbeiten aus“ besser „arbeitet“.
  • Dopplungen: Schreiben Sie statt „Dienst zur Bereitstellung von Dienstleistungen“ schlicht „Dienst“; statt „schnell und pünktlich“ entweder „pünktlich“ oder „unverzüglich“.
  • deskriptive Verallgemeinerungen: statt „qualifizierte Deutschlehrer“ zu sagen, schreiben Sie „jeder Mitarbeiter muss ein Fremdsprachenstudium sowie mindestens ein dreimonatiges Praktikum in Berlin absolviert haben.“
  • Übertreibungen und Lügen. Machen Sie keine Versprechen, die Sie nicht halten können. Dichten Sie einem Unternehmen oder einer Dienstleistung keine fiktiven Vorzüge oder Funktionen an. Seien Sie Ihrem Publikum gegenüber ehrlich.

Es kann zunächst schwierig sein, überflüssige Wörter auszusortieren. Deshalb lieben wir den Dienst Glavred zum Bereinigen von Texten von überflüssigen Wörtern. Außerdem orientieren wir uns an den Worten von Maksim Ilyakov zur Erstellung von informativen Texten.

6. Lesen Sie den Text laut vor

Möglicherweise haben Sie Formulierungen gewählt, die zweideutig oder komisch klingen, wenn sie laut ausgesprochen werden. Das russische „skrip kolesa“ [Reifenquietschen] kann schließlich auch wie „skipka-lisa“ [violin-fox] klingen. Die Wörter „Weg“ und „weg“ klingen derweil praktisch gleich, auch wenn sie unterschiedlich geschrieben werden.

Lesen Sie den gesamten Text von Anfang bis Ende laut vor und versuchen Sie, Zahlen, Namen und Internetadressen nicht auszulassen. Formulieren Sie Sätze um, die schwerfällig oder nicht harmonisch klingen. Weisen Sie den Synchronsprecher darauf hin, wie Eigennamen und Titel ausgesprochen werden sollen.

7. Achten Sie auf einen kohärenten Text

Stellen Sie sich einen Zuschauer vor, der nichts über Ihren Dienst weiß – weder seinen Namen noch seinen Zweck oder den speziellen Kontext, in dem er verwendet wird. Ordnen Sie die Informationen logisch an, vom Allgemeinen zum Besonderen und zurück zum Allgemeinen. Geben Sie genau an, was Sie vom Zuschauer erwarten und scheuen Sie nicht davor zurück, ihn auch direkt zum Handeln aufzufordern.

Hier eine typische Schrittfolge, an die Sie sich halten können, wenn Sie Ihre Dienste präsentieren:

  • Stellen Sie als erstes Ihr Produkt vor und beschreiben Sie in wenigen Worten seinen Zweck.
  • Beschreiben Sie dann kurz die Probleme, die mithilfe Ihres Dienstes gelöst werden können.
  • Erklären Sie dann detaillierter, wie genau Ihr Dienst genutzt werden kann, um diese Probleme zu lösen. Achten Sie darauf, spezifische Handlungen vorzugeben: Tippen, Drücken, Klicken, Öffnen, Senden.
  • Beschreiben Sie dann gegebenenfalls alle zusätzlichen Funktionen, die Ihr Dienst bietet: Zusätzlich kann der Dienst ..., außerdem ..., abgesehen von ... .
  • Betonen Sie am Ende die Vorzüge des Dienstes: So können Sie ... .
  • Beenden Sie den Video-Clip mit einer Handlungsaufforderung: Besuchen Sie ..., Registrieren Sie sich ... .

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